Autogas - Nicht nur Benzin ist flüssig

Autogas, nicht zu verwechseln mit Erdgas (Methan), ist nichts anderes als Flüssiggas (LPG - Liquified Petroleum Gas, Gemisch aus Propan und Butan). Neu ist die Verwendung von Flüssiggas als Kraftstoff nicht, schon seit langer Zeit wird es in den Niederlanden und Italien als Motortreibstoff benutzt. Aufgrund seiner chemischen Zusammensetzung (Kohlenwasserstoffe) ist Autogas mit Benzin verwandt. Bei atmosphärischem Druck gasförmig, geht es bei einem relativ geringem Überdruck von etwa 6-8 bar (je nach Temperatur) in den flüssigen Zustand über und kann so in geeigneten Druckbehältern gespeichert werden. Aufgrund seiner hohen Oktanzahl (110 Oktan) ist es für Ottomotoren hervorragend geeignet. Das Gas fällt bei der Förderung von Erdgas und Erdöl als Nebenprodukt an.



Der Flüssiggastank ist ein Behälter, der für die Speicherung von Flüssiggas Propan-Butan verwendet wird. Es gibt Unterflur-, Reserveradmulden- und Zylindertanks. Der Einfüllstutzen dient zur Nachfüllung von Flüssiggas. Er wird an den Flüssiggastank angebaut und gewährleistet die Tankbefüllung bis max. 80% seines Gesamtvolumens. Der Umschalter dient zur Auswahl der Antriebsart (Benzin - Gas). Je nach Position des Schalters wird die Gaszufuhr zum Motor geschlossen oder geöffnet. Die Umschaltung auf den gewünschten Kraftstoff wird mittels Leuchtdioden signalisiert.Weiterhin informieren  Leuchtdioden über den aktuellen Tankinhalt der Gasanlage. Das Steuergerät berechnet in Echtzeit aus den Daten der Benzin-Einspritzanlage die genaue Einspritzdauer. Die OBD-Fähigkeit des Fahrzeuges bleibt voll erhalten. Die Einspritzdüsen werden im Ansaugkanal unmittelbar vor den Einlass-Ventilen montiert und spritzen das Gas über die Einlassventile in den Zylinder. Flüssiges Gas fließt unter Druck von ca.12 bar vom Tank über das Magnetventil durch das Einlaufrohr und tritt in die erste Druckminderungskammer ein. In der ersten Reduzierungsstufe erfolgt Druckreduzierung und Flüssiggasverdampfung (Übergang in den gasförmigen Zustand). Wenn der Motor einen größeren Bedarf an Gaskraftstoff aufweist, tritt das Flüssiggas in die zweite Druckminderungskammer ein und der Druck wird weiter reduziert. Hinter der Gasaustrittsöffnung vom Verdampfer/Druckregler ist ein Gasfilter montiert. Dieses schützt den Gaseinspritz-    verteilerblock vor Verunreinigungen. Das Filter muss in regelmäßigen Abständen (jeweils nach ca. 20.000 km) gewechselt werden, um eine einwandfreie Funktion der Gaseinspritzanlage zu gewährleisten. Der Benzintank bleibt vollständig erhalten.Das Benzin wird benötigt um den Motor zu starten und auf Temperatur zu bringen ( ca.50°C). Die Ansaugleitung besteht aus Kupfer mit einer zusätzliche Ummantelung aus PVC und ist durchgehend, vom Rohrbruchventil bis zum Verdampfer, aus einem Stück. Im Verdampfer ist zusätzlich ein Abschaltventil enthalten, das bei Störungen ebenfalls geschlossen wird.

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Um Autogas in einem üblichen Verbrennungsmotor - am besten geeignet sind Ottomotoren - verwenden zu können, werden Autogastank, Verdampfer-Druckregler, Gasdosiereinheit, Einspritzeinrichtungen und elektrisches Steuergerät benötigt. Bei den Anlagen der jüngsten Generation (Sequentielle Einspritzung) wird Autogas nicht mehr gasförmig vom Motor angesaugt, sondern eingespritzt, entweder gasförmig oder neuerdings auch flüssig. Als Kraftstofftanks kommen spezielle Gastanks mit den vorgeschriebenen Absperr- und Sicherheitseinrichtungen zum Einsatz. Es gibt sie als zylindrische Behälter und als sogenannte Muldentanks in verschiedenen Größen. Während die zylindrischen Behälter beim PKW meist in den Kofferraum passen, ist die Unterbringung eines Muldentanks in der Reservemulde oder auch unter einem Fahrzeugboden möglich. Statt des Reserverades kann ein Pannenspray mitgeführt werden. Autogasanlagen für benzinbetriebene PKW sind in der Regel auf bivalenten (wechselweisen) Betrieb ausgelegt. Daher ist es möglich, per Umschalter, von Benzin- auf Gasbetrieb und umgekehrt umzuschalten. Monovalente Anlagen, wobei nur mit Gas gefahren werden kann, sind im allgemeinen noch nicht sinnvoll, da das Gastankstellen-Netz noch zu weitmaschig ist.